Klaus-Dieter Köhler
Freier Theaterregisseur
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Stücke im Spiegel der Presse: Ausgerechnet Bananen

Mit Ohrwurmgarantie

Memminger Zeitung, 12.10.2009

Premiere - 20er-Jahre-Revue «Ausgerechnet Bananen »des Landestheaters Schwaben begeistert das Publikum - Kreuzfahrt mit zwei temperamentvollen Tänzerinnen

Mal verführerisch, mal verspielt-temperamentvoll und zwischendurch schmachtend-nostalgisch: So ersteht die Ära der goldenen 20er Jahre in der neuen Revue «Ausgerechnet Bananen» des Landestheaters auf, die jetzt auf der Caf.hausBühne Premiere feierte. Mitreißend inszeniert hat sie Klaus-Dieter Köhler, die musikalische Leitung übernahm Klaus Simon.

Gerade noch im Theater, befindet sich das Publikum im nächsten Moment auf hoher See - auf Kreuzfahrt mit zwei temperamentvollen jungen Tänzerinnen, einer wahren Flut an eleganten und exzentrischen Kostümen und über 40 Ohrwürmern aus den 1920er Jahren. Champagner und Glamour Inmitten von Champagner, Glamour und einem Hauch Dekadenz auf dem Luxusdampfer «Majestic» ist die Sängerin Marlene, dargestellt von Michaela Fent, der Star. Zumindest bis Greta (Jessica Wall) als blinder Passagier auftaucht und mitten in den Auftritt platzt. Diese ist ebenfalls Tänzerin und eine frühere Freundin von Marlene - vor fünf Jahren war sie während einer Premiere spurlos verschwunden. In einer Pause erzählt Greta, was seither geschah - vor allem von ihrem Pech mit mehreren Geliebten, weswegen sie nun flüchten muss.

Der musikalische Schlagabtausch, bei dem sich die beiden Tänzerinnen zunächst gegenseitig die Show stehlen wollen, ist ein Genuss: «Ich reiß mir eine Wimper aus und stech dich damit tot» singt Marlene mit zu einem Dauerlächeln gefletschten Zähnen, Greta hält mit provozierend süss-unschuldigem Lächeln dagegen. Michaela Fent und Jessica Wall gehen in ihren Rollen mit einer Begeisterung und Energie auf, die ansteckend ist. So wirft sich etwa Fent mit theatralischer Geste in die Brust und säuselt mit näselnder Stimme «Oh, Fräulein Grete», dann ist es Wall, die als «Greta» mit röhrendem russischen Akzent «In Nischni-Nowgorod» brummelt. Ein Glanzpunkt ist der Moment, in dem beide «Ich tanz Charleston» singen und dabei den - damals skandalträchtigen - Tanz zeigen, der Josephine Baker auf einen Schlag berühmt machte.

«Ich bin die Marie von der Haller-Revue», «Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt», «Ein Freund, ein guter Freund» und «Irgendwo auf der Welt» sind nur einige der vielen weiteren Ohrwürmer.

Jeder Auftritt ein Knalleffekt

Eine Hauptrolle in dem musikalischen Episodenspiel haben auch die Kostüme (Anne Sevenich), denn fast jeder Auftritt liefert einen Knalleffekt. So stolziert Wall im glamourösen weißen Pelzmantel mit passendem Hut über die Bühne, erscheint später im yeti-ähnlichen Aufzug oder wirbelt in Ringelbadeanzug und Bananenröckchen durch den Zuschauerraum. Fent posiert in gelbem Friesennerz und Regenhaube, dann räkelt sie sich im schrillen Bauchtänzerinnen-Outfit samt silberfarbener Pfauenfeder-Krone. Die Brücke zwischen den Gesangsnummern bilden ebenso amüsante wie gefeilte Dialoge mit Anspielungen auf damalige Geschehnisse und Zeitgenossen wie Charlie Chaplin oder Charles Lindbergh.

Bevor die «Majestic» am Premierenabend endgültig in den Hafen einlief, forderte das Publikum mit langem Applaus noch mehrere Zugaben.

Spieltermine Wieder am 29. und 31. Oktober, jeweils um 20 Uhr.


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